Um den klimagerechten Stadtumbau im roll out-Projekt aber auch in weiteren Städten in NRW voranzutreiben, ist der regelmäßige Austausch zwischen allen Beteiligten entscheidend. Eine wichtige Plattform dafür bietet der Projekttisch Ruhr, der jüngst in Herne stattgefunden hat. Anfang Mai traf sich zudem ein Netzwerk bestehend aus Vertretern der Energie- und Wohnungswirtschaft, um über ganzheitliche Lösungsansätze zu diskutieren.

Früh am Morgen besuchte Umweltminister Johannes Remmel zunächst das Quartier Herne-Mitte: Bei einem geführten Rundgang informierte er sich über Themen wie Energiepotenziale und Revitalisierung des Quartiers. Im Anschluss startete im Ratssaal des historischen Rathauses der zweite Projekttisch Ruhr, der eine ausgewogene Agenda bereit hielt. Wie funktioniert klimagerechter Stadtumbau in der heutigen Zeit? Welche Förderungen gibt es? Wie können diese genutzt und Akteure aus Handwerk, Wirtschaft und Stadtverwaltung mit in den Prozess eingebunden werden? Über  80 Teilnehmer (rund 70 Vertreter der 17 Metropole Ruhr-Städte, die am InnovationCity roll out teilnehmen) informierten sich u. a. anhand von Praxisbeispielen über den aktuellen Stand im roll out-Quartier Gladbeck Rentfort-Nord und die ersten Ergebnisse aus dem Quartierskonzept. Nach der Begrüßung durch den Herner Oberbürgermeister Dr. Frank Dudda stellte NRW-Umweltminister Remmel in seinem Grußwort die Bedeutung des von seinem Ministerium aus Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) geförderten Vorhabens heraus.

 

Handwerkskammern im Ruhrgebiet unterstützen den InnovationCity-Prozess
Ein wesentlicher Agendapunkt: Die Unterzeichnung einer Kooperationsvereinbarung zwischen Handwerkskammern und InnovationCity. Im Rahmen der Veranstaltung unterzeichneten der Geschäftsführer der Innovation City Management GmbH Burkhard Drescher, die Vertreter der Handwerkskammern Münster, Dortmund und Düsseldorf sowie die Kreishandwerkerschaften Emscher-Lippe-West, Recklinghausen, Herne, Hellweg-Lippe, Dortmund und Lünen, Ruhr, Kreis Wesel und Mülheim an der Ruhr – Oberhausen eine Kooperationsvereinbarung. In dieser erklären die Unterzeichner –  im Bild: Thomas Harten, Hans-Jürgen Isselmann und Manfred Steinritz – das gemeinsame Ziel, InnovationCity auch auf andere Städte zu übertragen. „Gerade wenn es nach der Konzeptphase in die Umsetzung geht, ist die Beteiligung des Handwerks unerlässlich“, erläutert Burkhard Drescher. „Im Modellprojekt Bottrop haben sowohl die Stadt als auch die ansässigen Firmen von der InnovationCity profitiert. So wurden im Projektzeitraum bereits 290 Millionen Euro investiert, von denen circa 110 Millionen Euro über Aufträge an Bottroper Firmen geflossen sind“, so Drescher weiter. „Unser Ziel ist es, diese Erfolge auch über die Grenzen des Ruhrgebiets hinaus zu tragen und in anderen Städten zu initiieren.“


Begleitendes Netzwerk für Wohnungsunternehmen und Energieversorger
Um den Austausch und Wissenstransfer weiter zu fördern, wurde ein Netzwerk bestehend aus Wohnungsunternehmen und Energieversorgern ins Leben gerufen. Ziel ist es, mit dieser neugeschaffenen Plattform Chancen, die der klimagerechte Umbau sowohl für Wohnungswirtschaft als auch Energieversorger bietet, optimal zu nutzen. Das Auftakttreffen fand Anfang Mai im Wissenschaftspark in Gelsenkirchen statt. ICM-Geschäftsführer Burkhard Drescher erklärt: „Die Einbindung aller relevanten Akteure ist ein wichtiger Baustein des InnovationCity roll out und auch ein Alleinstellungsmerkmal für dieses Projekt. Dazu gehört nicht nur die Arbeit in den Quartieren, sondern auch ein übergeordneter Wissenstransfer in den bedeutenden Wirtschaftsbereichen.“ Als fachliche Berater sind Energieexperten des Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsunternehmens PricewaterhouseCoopers (PwC) über eine Ausschreibung beauftragt worden. Auf der Agenda des ersten Netzwerktreffens standen mehrere Impulsvorträge und Diskussionsrunden. So verdeutlichte Dr. Andrea Hoppe, Referatsleiterin im Ministerium für Klimaschutz, Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz des Landes Nordrhein-Westfalen, einleitend die Bedeutung der Quartiersentwicklung für die Energiewende. PwC-Experte Dr. Volker Breisig stellte das Projekt mit der Zielsetzung und Hintergründen vor. Der technische Leiter der Stadtwerke Herne, Dr. Jürgen Bock, berichtete von Erfahrungen aus Herne Mitte, einem der 20 Quartiere, das schon mitten in der Planung steckt. Zudem erläuterte der Geschäftsführer der Gesellschaft für Bauen und Wohnen Bottrop mbH (GBB), Stephan Patz, aktuelle Projekte und die Vorteile einer ganzheitlichen und moderierten Quartiersentwicklung. Daneben ging es um die Bedeutung der Quartiersentwicklung für die Energiewende und die Chancen, die der klimagerechte Umbau für die Wohnungswirtschaft und die lokalen Energieversorger eröffnet. Die Präsentationsfolien der einzelnen Vorträge finden Sie hier.

 

Gelsenkirchen-Rotthausen: v.l.n.r. Klaus Nadolny (GFW Gesellschaft für Wohnungsbau GmbH), OB Frank Baranowski, Burkhard Drescher, Udo Wichert (STEAG Fernwärme GmbH), Dr. Bernd-Josef Brunsbach (ELE)

Startschuss für Gelsenkirchen-Rotthausen gefallen
Als nunmehr neuntes Quartier ist Gelsenkirchen-Rotthausen ins Rennen gegangen: Mit einem Pressetermin Anfang Mai haben Gelsenkirchens Oberbürgermeister Frank Baranowski und ICM- Geschäftsführer Burkhard Drescher den Prozess für Rotthausen eingeläutet. In den folgenden voraussichtlich sechs Monaten entwickelt die ICM gemeinsam mit der Stadtverwaltung Gelsenkirchen und weiteren Akteuren ein integriertes Quartierskonzept. Neben der Entwicklung von strategischen Konzepten, um CO2-Emissionen zu senken und die Energieeffizienz im Quartier zu erhöhen, geht es auch um die ökonomische oder kulturelle Entwicklung im Stadtteil. Aus diesem Grund hat die Stadt Gelsenkirchen bereits im Vorfeld mit vielen Bürgern und Unternehmen gesprochen sowie Infoveranstaltungen durchgeführt. Mit der GFW Gesellschaft für Wohnungsbau GmbH Rotthausen, Steag Fernwärme und dem Energieversorger Emscher Lippe Energie GmbH sind bereits drei starke Partner beim InnovationCity roll out mit dabei.

Ansprechpartner Presse

Sebastian Bittrich

Abteilungsleiter Marketing & Kommunikation
Innovation City Management GmbH
Tel.: +49 (0)2041 / 70-5047
E-Mail: sebastian.bittrich@icm.de